Rebpatentag am Mundelsheimer Käsberg

Wandern, Weinlese und Weingenuss. Ein angenehmer Dreiklang, der das Programm unseres diesjährigen Rebpatentages am letzten Sonntag im September treffend umschreibt. Die Septembersonne und nette Menschen machten den letzten Septembersonntag zu einem schönen Erlebnistag im Steillagenweinberg am Mundelsheimer Käsberg. 

Den Königsweg nehmen bedeutet landläufig, einen kurzen und leichten Weg zu nehmen. Oder eben eine gute Entscheidung zu treffen. Die Entscheidung, durch eine Rebpatenschaft einen Einblick in das Metier der Weingärtner und in die Welt der Württemberger zu bekommen, ist auf jeden Fall eine gute. Davon konnten sich Rebpaten wieder einmal überzeugen. Das Wichtigste: Die Trauben der Trollingerreben oben in den Steillagen waren ausgereift.  

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Claudia Krügele und Ramona Rosendorf vom herzoglichen Weingut begrüßen die Rebpaten mit einem Glas Sekt oder alkoholfreiem Secco.

Königsweg hin oder her, die Königsstaffel hinauf zum Königshäusle hat es in sich. Hundert Höhenmeter gilt es auf der steilen Staffel zu bewältigen. Da kommt jede und jeder ins Schnaufen. Nach oben wird der Weinberg immer steiler. Die Terrassen werden schmaler und müssen von Hand, also ohne den Einsatz eines Traktors, bearbeitet werden.

 

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Claudia Krügele erklärt beim Aufstieg Fakten und Zusammenhänge. Um Knie und Rücken des Leseteams zu schonen, wird bei der „richtigen Lese“ zum Abtransport der Trauben eine Einschienenbahn eingesetzt, die entlang der Staffeln steil nach unten fährt. 

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Gemeinsam stieg man die Treppen hoch, beerntete seinen Rebstock und pflückte noch die Trauben des Nachbars, wenn der nicht kommen konnte. Nebenbei erfuhr man, dass sich die Könige und Herzoge schon in frühen Zeiten sich die besten Lagen in Württemberg ausgesucht haben, so auch am Käsberg. Die extra breite Staffel und die Nähe zum wärmeausgleichenden Neckar zeugen heute noch von den damaligen Privilegien.  

In dem 2,5 Hektar großen Wengert gibt es auch einen Querschnitt durch viele Rebsorten zu sehen. Mittlerweile stehen neben Trollinger und Spätburgunder Cabernet und Syrah. Besser gesagt übereinander. Denn je nach Höhe und Ausrichtung zur Sonne, haben die Rebsorten verschiedene Ansprüche und auch Schwächen. Unten am Berg stehen in Mundelsheim Cabernet und Syrah, den Hauptteil in der mittleren Hanglage nimmt der Trollinger ein, oben steht der Spätburgunder. „Eine Diva unter den Rebsorten“, wie Claudia Krügele den Anspruch der empfindlichen Pinot- oder Spätburgunderrebe an das Kleinklima nennt.  

 

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Konstantinos Aminidis und Ehefrau Irene (links) sind seit drei Jahren Rebpaten am Käsberg. Einst hatten sie einen eigenen Weinberg. Allerdings nur für wenige Wochen. Die Arbeit war neben dem Beruf nicht zu schaffen.  Weinerlebnisführerin Elke Bäßler (rechts) gibt die nötigen Tipps. Die Vaihingerin ist routiniert bei der Weinlese und dreht jede Traube drei Mal um, bevor sie im Butten landet.

 

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Hans-Peter Gräther ist ausgewiesener Weinkenner und seit fünf Jahren Rebpate im herzoglichen Weinberg.  Seit acht Jahren gibt es das Projekt, das den Weingenießerinnen und Weingenießern das Produkt näherbringen soll. 

Den Berg hinauf gibt es auch einen Querschnitt durch viele Rebsorten zu sehen. Mittlerweile stehen neben Trollinger und Spätburgunder auch Cabernet und Syrah. Besser gesagt übereinander. Denn je nach Höhe und Ausrichtung zur Sonne, haben die Rebsorten verschiedene Ansprüche und auch Schwächen. Unten am Berg stehen in Mundelsheim Cabernet und Syrah, den Hauptteil in der mittleren Hanglage nimmt der Trollinger ein, oben steht der Spätburgunder. „Eine Diva unter den Rebsorten“, wie Claudia Krügele den Anspruch der empfindlichen Pinot- oder Spätburgunderrebe an das Kleinklima nennt. 

 

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Michael Braun und Julia Layer genießen nach dem Aufstieg erst einmal den Ausblick. 

Am Königshäusle angekommen, übernahm Weinerlebnisführerin Elke Bäßler die Gruppen, um über das Handwerkliche zu informieren. „Dieses Jahr ist die Lese besonders heikel“ sagt die erfahrene Expertin bei der Einweisung in die Pflanzengesundheit und Erntequalität. Das Durcheinander der Witterung in diesem Jahr mit Spätfrösten, Trockenheit und massiven Niederschlägen, hohem Mehltaudruck und Befall der Trauben durch die Kirschessigfliege ist beim Gang durch die Reihen deutlich zu sehen. Deshalb gilt: Trockene, leere sowie matschige Beeren müssen penibel ausgeschnitten werden aus den prallen Trollinger-Trauben. 

 

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Elke Bäßler bei der Ansprache der erntereifen Trollingertrauben. 

„Wir als Prädikatsweingut setzen voll auf Qualität. Das ist bei der Lese besonders wichtig. Dennoch beginnt die Ausrichtung auf Qualität bereits beim Rebschnitt und den folgenden Arbeiten.  Ertragsreduzierung lautet hier das Schlüsselwort. Denn je weniger Trauben vom Rebstock versorgt werden müssen, umso besser für Geschmack und Inhaltstoffe, so Elke Bäßler. Dennoch rechnen die Winzer mit einer guten Qualität. Man erwarte etwas leichtere Weine dieses Jahr, so die Prognose für den 21er Jahrgang. 

 

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Rebpate Christian Raff hat Respekt vor dem Handwerk: „Bei mir schwingt schon etwas Angst mit, irgendetwas falsch zu machen.“ 

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Rebpaten der nächsten Generation: Sebastian und Jakob sind gerade mal 10 Monate und haben schon Freude im Weinberg. 

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Nach getaner Arbeit… Daniela und Rupert Fackler aus Pleidelsheim.

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Familie Missionaro aus Schwäbisch Gmünd

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Ein herzhaftes Vesper und eine feine Auswahl an Weinen darf nicht fehlen am Rebpatentag!